16 Steintisch, Kaichen, Niddatal, Deutschland

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16 “Kaichen” bedeutet in Südtirol „Gefängnis“. Aus anderen Quellen entnimmt man, dass der kleine, gelochte, kuppelförmige Stein vor dem Steintisch zum Einstecken eines Pfahles gedient haben sollte, an den der Angeklagte gebunden wurde. Diese Säule wurde “Schreiats” oder “Schandsäule” genannt. Die Funktion des Steines ähnelt jener der “pietra del condannato” (oben, 06) in Cavalese, Italien.
Ein Bild und Informationen über diesen Gerichtstisch in
http://www.suehnekreuz.de/RB/gerichtssteine.html
http://www.niddatal.de/index_main.php?unid=592&websiteid=normal
oder an dieser Seite, rechts unten, Blogroll, “Kaichen Freigericht”.

2 Antworten zu „16 Steintisch, Kaichen, Niddatal, Deutschland“

  1. Hans Lang sagt:

    Hallo,

    entgegen Ihrer Beschreibung, dass auf dem kleinen kuppelförmigen Stein vor dem Steintisch des Kaichener Freigerichtes ein Pfahl eingesteckt worden sei, hat mir mein Großvater berichtet, dass beim Bau der vorbeiführenden Bundesstraße 45 (Ende des 19.JH) von Hanau nach Nieder Wöllstadt, eine auf dem Stein befindliche Gerichtssäule entfernt wurde und für das neue Strassenbett Verwendung fand.

    Die Wortbedeutung von Kaichen wird vom Historiker W.-H. Braun, Friedberg, so gedeutet, dass Zusämmenhänge mit dem alten Wort herunterfallen, herunterstoßen bestehen (kaaken, abkaaken, Kai …).

    Die Entstehungszeit des Freigerichtes in ursprünglicherer Form wird vom gleichen Historiker in die vorkeltische Zeit gedeutet.

    Flurnamen deuten heute noch auf die Hinrichtungsarten des Mittelalters hin:
    Galgenfeld, Richtbock und Hohes Rad. Die Delinquenten wurden auch ganz offensichtlich im Galgenfeld an der damals vorbeiführenden Handelsstraße vom Taunus / Köpperner Tal in das Niddertal Richtung Vogelsberg und Rhön in der Sicht der um 930 durch Udo von Lothringen begründeten Naumburg (später Kloster) aufgehängt.

    Freundliche Grüße
    Hans Lang
    Am Breul 12
    61194 Niddatal-Kaichen

  2. pietredelgiudizio sagt:

    Lieber Herr Lang!

    Danke für Ihre interessante Antwort. Die Tatsache, dass die Ortschaft „Kaichen“ heißt, was in Südtirol im Volksmund „Gefängnis“ bedeutet, scheint wohl ein reiner Zufall zu sein. Zwei Fragen und eine Bitte an Sie: Stammen die Flurnamen, die Sie anführen, aus der Umgebnug des Gerichtstisches? Ist das Loch am kleineren runden Stein noch sichtbar? Könnten Sie uns über Internet einige Bilder von der Gerichtsstätte zukommen lassen?
    Ich wiederhole Ihnen unsere Anschrift: debiasi.am@rolmail.net – Freundliche Grüße, Marius De Biasi

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